Die psychologische Behandlung psychotischer Patienten ist eine komplexe Behandlung, die oft mehrere ineinander greifende oder aufeinander folgende Ansätze erfordert:

Das therapeutische Netz – bestehend aus der Familie, Therapeuten, dem behandelnden Arzt, dem Vormund, den sozialen Diensten – arbeitet gegen die soziale Marginalisierung und den Rückzug.

Die Arbeit des « Psy»-Teams (Therapeuten, Pflegendienstleistende, Sozialberater, Ergotherapie) begegnet dem Patienten und seiner Spaltungstendenz, seiner Widersprüchlichkeit und seinen Beziehungsschwierigkeiten.

Die Einzel- und/oder Familien-Psychotherapie ist darauf ausgerichtet, die Inhalte, Traumata und Familienkrisen aufzu-arbeiten und das Wachstum der Person zu unterstützen.

Die Supervision des Teams und/oder des Psychothera-peuten erweist sich als entscheidend, um diese Komplexität sowie die Reaktionen der therapeutischen Teams auf die Beziehungsschwierigkeiten mit dem Patienten zu erfassen. Zudem ist für den Psychotherapeuten die Supervision oft notwendig, um ein Verständnis der Symptome und ihrer Chronologie zu erlangen.

Die Supervision richtet sich an Teams und Therapeuten, um die Bindungsarbeit im weitesten Sinne zu unterstützen und die Sequenzen zu verstehen, die zu symptomatischen Verschlechterungen führen, sowie um Stresssituationen zu vermeiden. Sie bietet einen Raum, um den Sinn und die Bedeutung der Beziehungserfahrungen mit der unter Psychose leidenden Person zu erfassen.

Die Supervision wird 2-3 Mal weniger häufig als die Betreuung oder Psychotherapie selbst durchgeführt. Ob einzeln oder im Team, sie öffnet sich stets dem globalen Verständnis der Beziehung des Patienten zu seinem Umfeld und zu seiner persönlichen Geschichte.

Die nachstehend aufgeführten Mitglieder der ISPS-CH sind erfahren auf diesem Gebiet und praktizieren die Team- oder Einzelsupervision.

In alphabetischer Reihenfolge:
Charles Bonsack DP-CHUV, Ana Carila Vevey, Philippe Conus DP-CHUV, Urs Corrodi Nant, Franziska Gamma Les Toises-Lausanne, Georges Klein IPVR , Marco Merlo Universität Fribourg,  Jacqueline Nanchen Sion, Dag Söderström Vevey, Milos Tadic Vevey

Bibliografie:

  • Joyce Scaife (2001) Supervision in the mental health professions : a practioner’s guide, Routledge
  • Dag Söderström (2004), La psychanalyse au service de la supervision en Iinstitution psychiatrique; L’information psychiatrique, 80;25-31

Artikel:

Paul H. Lysaker, Kelly D. Buck, Michelle L. Pattison, Rhianna E. Beasley, Jaclyn D. Hillis and Jay A. Hamm
Supervision in the Psychotherapy of Schizophrenia : Awareness of and Mutual Reflection upon Fragmentation
The American Jounal of Psychoanalysis  publié en 2019

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